Balanced Scorecard – Strategie und Controlling

Die Balanced Scorecard ist ein erprobtes Controlling-Instrument für den Mittelstand. Strategie, Planung und Controlling über alle Bereiche des Unternehmens sinnvoll verknüpft.

Balanced Scorecard - Strategie und Controlling

Controlling mit der Balanced Scorecard

 

Strategien sind Grundlage für die Optimierung des Unternehmens auf zukünftige Herausforderungen. Fehlen sie, sind Krisen vorprogrammiert.

Planungen geben einen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung und Finanzkraft und zeigen Auswirkungen von in- und externen Veränderungen.

Controlling sichert die Erfassung und Analyse der aktuellen Situation und ermöglicht durch Abweichungsanalysen eine frühzeitige Reaktion.

Wie Sie die drei wichtigsten Instrumente der Unternehmensführung verbinden Sie, lesen Sie in folgenden Beitrag.

Balanced Scorecard – Strategie Planung Controlling

Mit der Balanced Scorecard (BSC) fassen Sie die wichtigsten Controlling-Ebenen zusammen, planen zielgerichtet Ihre Strategie und steuern aktiv Ihren Erfolg.

Die BSC bezieht sich dabei auf die wesentlichen Unternehmensbereiche, definiert, misst und überwacht Ziele und Kennzahlen für die Bereiche

  • Kunden
  • Mitarbeiter
  • Prozesse
  • Finanzen

BSC – Vom Unternehmens-Leitbild zum Controlling-System

  1. Der erste Schritt ist die Formulierung Ihres zentralen strategischen Zieles, der unternehmerischen Vision oder eines Leitbildes.
    Das basiert häufig auf Ihren Kernkompetenzen und wesentlichen Stärken.
    Beispiel: „Wir stehen für Qualität, Service und Liefertreue, haben zufriedene Kunden und motivierte Mitarbeiter, sind Marktführer und wirtschaftlich erfolgreich.“
  2. Aus Ihrer Strategie leiten Sie konkrete Subziele ab, die erfolgskritische Faktoren abbilden und Ihre Potenziale berücksichtigen.
    Die Unterziele orientieren sich u.a. an der Erwartung von Geschäftspartnern, Mitarbeitern und Eigentümern.
    Sie werden in den Bereichen Kunden, Mitarbeiter, Prozesse und Finanzen zusammengefasst.
    Beispiele: begeisterte Kunden, motivierte und geschulte Mitarbeiter, effektive und effiziente Prozesse, wirtschaftlicher Erfolg und finanzielle Unabhängigkeit, zufriedene Anteilseigner, etc.
  3. Festlegung von geeigneten Kennzahlen für die Messung der festgelegten Subziele.
    Beispiele: Neukundenquote, absoluter Umsatz, Anzahl Rücksendungen, Krankenquote, Stückkosten, Umsatzrendite, etc.
  4. Ableitung von konkreten Maßnahmen und Aktivitäten zur Zielerreichung.
    Beispiele: Zufriedenheitsumfragen, betriebliches Gesundheitsmanagement, betriebliches Vorschlagswesen, Kostencontrolling, etc.
  5. Festlegung von konkreten Zielgrößen für die geplanten Maßnahmen für die Messung und Verwendung im operativen Controlling.
    Beispiele: 2 Tage Auslieferung nach Bestellung, 10% Umsatzsteigerung, < 2% Qualitätsmängel, 85% Kapazitätsauslastung, etc.
  6. Organisation und Umsetzung der geplanten Maßnahmen
    Einbindung der strategischen Ziele in die in- und externe Kommunikation und die laufende Unternehmens- und Personalführung.
    Wichtig dabei ist es, Prioritäten und Termine für die geplanten Maßnahmen festlegen.
    Beispiele: Projekte aufsetzen, Ressourcen und Kosten planen, Imagebroschüre erstellen, Schulung Führungskräfte und Mitarbeiter, etc.
  7. Übernahme der Ziel-Kennzahlen in das laufende Controlling. und die Berichterstattung.
    Beispiele: strategische Planung erstellen, monatliche Plan-Ist-Vergleiche und Abweichungsanalyse einführen, Strategie und Kennzahlen laufend überwachen und anpassen, etc.

Ursache und Wirkung: Vorteile der Balanced Scorecard

Die zugrunde liegende langfristige Strategie sichert eine gemeinsame Ausrichtung der definierten Kennzahlen und vermeidet konkurrierende Projekte und Maßnahmen.

  • Zufriedene und wiederkehrende Kunden führen zu dauerhaften und auskömmlichen Erträgen und einer zufriedenstellenden Auslastung.
  • Hochwertige Produkte, Qualität und Service, Liefertreue und faire Preise bringen zufriedene und kaufwillige Kunden mit sich.
  • Effektive und effiziente Prozesse führen zu hoher Qualität, gutem Service, gesunden und motivierten Mitarbeitern und einer ausgewogenen Kostenstruktur.
  • Qualifizierte und motivierte Führungskräfte und Mitarbeiter sorgen für eine effektive Auslastung der Kapazitäten, sind service- und kundenorientiert und am Wachstum interessiert.
  • Durch das laufende Controlling und die Abhängigkeit der Kennzahlen führt jede Veränderung im Gesamtsystem zu einer Anpassung der Balanced Scorecard.

Balanced Scorecard – Das Fazit

Da das Kennzahlensystem der BSC individuell entwickelt wird, passt es genau zu Ihrem mittelständischen Unternehmen.

Die unternehmensspezifische Strategie und die Ziele des Unternehmers bilden die Grundlage, auf der Entwicklung und Erfolg gemessen und gesteuert werden.

Welche Kennzahlen dafür erforderlich sind und mit welchem Aufwand das Controlling verbunden ist, definieren Sie selbst.

Die Balanced Scorecard eignet sich damit besonders für kleine und mittelständische Unternehmen.

Sprechen Sie mit Ihren Führungskräften, Buchhaltern und Controllern über Aufwand und Möglichkeiten dieses strategieorientierten Controllingsystems.

 

Die Beitragsreihe zu Themen aus Controlling, Führung, Organisation und Finanzen wird fortgesetzt. Weitere Artikel zur Balanced Scorecard sind in Vorbereitung.

 

Uwe Twachtmann
Hamburg – Rahlstedt, im Mai 2016