BWA – die betriebswirtschaftliche Auswertung

BWA – Selbstständige und Unternehmen erhalten die betriebwirtschaftliche Auswertung monatlich von ihrem Buchhalter oder Steuerberater. Diese kurzfristige Erfolgsrechnung enthält zahlreiche nützliche und wichtige Informationen und trotzdem heften viele Unternehmer die Auswertung ungelesen ab.

BWA als kurzfristige Erfolgsrechnung

Die BWA basiert auf der monatlichen Buchführung und fasst die einzelnen Belege und Konten der Kostenartenrechnung in Positionen zusammen. Die Zeilen der betriebswirtschaftlichen Auswertung entsprechen dabei den Abschlusspositionen der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Durch die Gegenüberstellung mit Vorjahreswerten und Veränderungen bietet Ihnen die BWA erste und aktuelle Rückschlüsse zur wirtschaftlichen Lage und der Leistungsfähigkeit des Unternehmens.

Weitere kurzfristige Auswertungen individuell möglich

  • Die Bewegungsbilanz ermittelt die Veränderungen von Vermögen und Kapital, sodass Sie Veränderungen in Finanzierung oder Verschuldung erkennen.
  • Die statische Liquidität stellt die Konten der Finanzmittel sowie der kurzfristig fälligen Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber.
    Sie können den Grad der Zahlungsfähigkeit abschätzen, was in der Krise für einen möglichen Insovenzantrag entscheidend ist.
  • Mit dem Plan-Ist-Vergleich können Sie Abweichungsanalysen erstellen, frühzeitig Trends erkennen und notwendige Maßnahmen einleiten.

Tipp: Schnelligkeit vor Genauigkeit: als Unternehmer benötigen Sie entscheidende Informationen kurzfristig, ein fehlender Beleg ist selten entscheidend. Der so genannte FAST CLOSE ist in vielen Konzernen seit Jahren Standard.

 So lesen und interpretieren Sie Ihre BWA

Die kurzfristige Erfolgsrechnung oder Kostenstatistik weist die von Ihrem Unternehmen erbrachten Betriebsleistungen und Kosten in aktuellen Monatswerten und kumulierten Jahreswerten aus. Dabei werden das aktuelle Jahr und das Vorjahr als Vergleichswert gegenübergestellt.

Die BWA fasst die einzelnen Erlös- und Kostenarten der Sachkonten zusammen und zeigt sie in verschiedenen Abschlusspositionen wie z.B. Erlösen, Materialkosten und Wareneinsatz, Personalkosten, Abschreibungen, Raumkosten, Fahrzeugkosten, usw.. Welche Konten genau in den Positionen enthalten sind, können Sie aus der Summen-und-Salden-Liste ersehen. Fragen Sie Ihren Buchhalter danach.

Die BWA ermittelt den prozentualen Anteil der Kostenpositionen am Umsatz (=100%) und erleichtert so den Überblick und Gesamt-Vergleich. Sie erkennen auf den ersten Blick Ihren Rohertrag bzw. den Deckungsbeitrag. Weitere Auswertungen sind möglich, die Grundlagen dafür sind in Ihrer Buchhaltung erfasst. Fragen Sie Ihren Buchhalter nach den Standardauswerten des verwendeten Buchführungsprogramms.

Tipp: Nehmen Sie selbst Einfluss auf Zuordnung und Auswertung. Gestalten Sie Ihre BWA mit dem Berater zu einer aussagekräftigen Auswertung für Ihren Betrieb.

Ergebnisse in der BWA

Die betriebswirtschaftliche Auswertung zeigt Ihnen verschiedene Zwischenergebnisse, die Ihnen grundlegende Informationen bieten:

Die Gesamtleistung zeigt Ihnen die Wertschöpfung Ihres Unternehmens, die Sie durch Netto-Umsatzerlöse, erfasste Bestandsveränderungen im Vorratsvermögen und mögliche aktivierte Eigenleistungen ins Anlagevermögen erbracht haben.

Der Rohertrag ermittel die Differenz zwischen der Gesamtleistung und den dafür verbrauchten Materialaufwendungen und Fremdleistungen (direkte Kosten). Im Controlling wird diese Position Deckungsbeitrag genannt.

Das Betriebsergebnis beinhaltet anschließend die betrieblich verursachten Kosten und zeigt das wirtschaftliche Resultat Ihrer betrieblichen Aktivitäten. Je nach Gesellschaftsform und Branche kann es sinnvoll sein, kalkulatorische Kosten zu berücksichtigen, um das Ergebnis aussagekräftig zu machen (z.B. Unternehmenlohn in der Einzelgesellschaft oder Abschreibungen bei hohem Anlagevermögen). Fragen Sie Ihren Buchhalter danach.

Das neutrale Ergebnis (Finanzergebnis + außerordentliches Ergebnis) umfasst die positionen, die mit Ihrer Geschäftstätigkeit nur mittelbar zusammenhängen, wie z.B. Zinsen, Spenden, Steuern oder außerordentliche Geschäftsvorfälle.

Im Jahresgewinn oder Verlust ist das vorläufige Monats- oder Jahresergebnis Ihres Betriebes dargestellt. Es beinhaltet alles betrieblichen und neutralen Positionen Ihrer Buchführung.

BWA als Controlling-Instrument des Unternehmers

Da die BWA nur das Ergebnis der laufenden Buchführung darstellt, sind zahlreiche Geschäftsvorfälle und Abgrenzungen nicht enthalten, die Sie als Unternehmer bei Ihren Entscheidungen berücksichtigen sollten:

  • Monatliche Bestandsveränderungen im Lager sollten erfasst werden, da sie erhebliche Auswirkungen auf Rohertrag und Ergebnis haben.
  • Abschreibungen sind monatlich zu buchen, bei anlageintensiven Betrieben als kalkulatorische Position auf Basis von Wiederbeschaffungswerten
  • Jährliche Zahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld oder Versicherungen sollten in monatlichen Teilbeträgen gebucht werden
  • Vorauszahlungen oder Anzahlungen (Kunden, Steuern) stellen keine Erlöse oder KOsten dar und dürfen in der BWA nicht erfasst sein

Tipp: Legen Sie fest, welche Informationen und Vorgänge für Sie wichtig sind und sprechen Sie mit Ihrem Buchhalter oder Steuerberater darüber

Natürlich müssen Buchführung, Kostenrechnung und Controlling wirtschaftlich sein. Legen Sie den Umfang der Auswertungen mit Augenmaß fest und konzentrieren Sie sich auf die wesentlichen Kennzahlen, die Sie benötigen. Vielleicht reicht eine quartalsweise Berücksichtigung in der BWA.

Tipp: Denken Sie daran, dass Ihre Bank die BWA für Ihr Rating nutzt und Ihre Kreditwürdigkeit und die Höhe Ihrer Zinsen davon abhängen.