Forderungsmanagement sichert Ihre Liquidität

Forderungsmanagement -frühzeitig und konsequent- sichert Ihnen Erlöse und Zahlungsfähigkeit. Je früher Sie auf sichere Vertragsgrundlagen achten, desto geringer Ihr Risiko.

Forderungsmanagement sichert Liquidität

Forderungsmanagement – frühzeitig und konsequent

Einer der häufigsten Gründe für die Insolvenz kleiner und mittelständischer Firmen sind Zahlungsausfälle von Kunden.

Im schlimmsten Fall fehlt Ihnen die Liquidität, um Löhne, Mieten und die eigenen Lieferanten fristgerecht zu bezahlen.

Und dann sind Sie als Geschäftsführer verpflichtet, innerhalb 3 Wochen Insolvenz zu beantragen. (§ 15a Insolvenzordnung InsO)

Sichern Sie Ihre Ansprüche durch gezieltes Forderungsmanagement

Forderungsmanagement bezeichnet alle Maßnahmen, die die Zahlungseingänge von Kunden sicherstellen und Risiken reduzieren.

Dazu gehört die aufmerksame Verhandlung des Vertrages ebenso wie die rechtssichere Gestaltung des Vertrages und die laufende Dokumentation der Leistungen.

Anschließend erfolgt die regelmäßige Überwachung der Forderungen, ein konsequentes Mahnwesen und die Verfolgung der ausstehenden Zahlungen bis hin zur Vollstreckung.

Die diese Maßnahmen können Sie das Risiko des Zahlungsausfalles und den Verlust Ihrer Forderung auf unter zehn Prozent reduzieren.

Im Folgenden finden Sie mögliche Maßnahmen, die Sie in den unterschiedlichen Auftragsphasen nutzen können, um Zahlungsausfälle zu vermeiden.

Forderungsmanagement beginnt bei der Auftragsverhandlung

Sie können selbst Einfluss darauf nehmen, ob Ihre Leistung pünktlich bezahlt wird.

Denn das effektivste Forderungsmanagement beginnt schon bei Angebot und Vertragsverhandlungen:

  • Achten Sie bei bei Erstgesprächen auf Warnsignale wie nicht eingehaltene Zusagen, fehlende Erreichbarkeit oder ein unklares Impressum.
  • Informieren Sie sich über den Kunden und überprüfen Sie bei Zweifeln die Bonität durch Anfragen bei Auskunfteien.
  • Schließen Sie eine Warenkreditversicherung gegen Forderungsausfälle ab

Vereinbaren Sie rechtssichere Verträge

Bei einem Rechtsstreit muss ein Richter auf Basis der getroffenen Vereinbarungen entscheiden. Sorgen Sie für zweifelsfreie und eindeutige Verträge:

  • Halten Sie alle wesentlichen Vereinbarungen stets schriftlich fest, das gilt besonders bei Nachträgen.
  • Definieren Sie den Auftraggeber und Vertretungsberechtigten genau
  • Vereinbaren Sie bei überregionalen Aufträgen einen für Sie günstigen Gerichtsstand.
  • Dokumentieren Sie Ihre Leistungen, lassen Sie sich Lieferscheine, Stunden- und Arbeitzettel abzeichnen.

Auch mit den Vertragsmodalitäten können Sie Zahlungsausfällen vorbeugen und Risiken minimieren.

  • Vereinbaren Sie kurze Zahlungsziele, bieten Sie ggf. Skonto an.
  • Vereinbaren Sie Voraus- und Abschlagszahlungen für Material oder lang währende Aufträge. Alternativ können Sie Sicherheiten durch Bürgschaften oder Kautionen verlangen.
  • Kalkulieren Sie prinzipiell Rabatte und Mahnkosten in Ihre Preise ein.
  • Behalten Sie sich ein außerordentliches Kündigungsrecht bei Zahlungsverzug vor.
  • Sorgen Sie für die Anwendung Ihrer eigenen Geschäftsbedingungen (AGB). Sichern Sie sich bei Werkleistungen den verlängerten und erweiterten Eigentumvorbehalt.
  • Erbringen Sie keine Leistung oder Lieferung vor Vertragsabschluss.

Forderungsmanagent – Der Kunde zahlt nicht, was nun?

Wenn der Auftrag dann abgeschlossen und Ihre Leistung erbracht ist, kümmern Sie sich sofort um die Abrechnung und Zahlung.

Und verfolgen Sie Ihre fällige Forderung konsequent:

  • Schreiben Sie zeitnah Ihre Rechnung (nach längstens 3 Tagen).
  • Mahnstufe 1: Erinnern Sie Ihren Kunden am Tag nach Fälligkeit freundlich an die offene Rechnung
  • Mahnstufe 2: Mahnen Sie nach spätestens einer Woche und fordern Sie Sie zur sofortigen Zahlung auf. Jetzt sollten Sie das Ende der Arbeiten ankündigen.
  • Mahnstufe 3: Setzen Sie nach einer weiteren Woche eine Nachfrist von maximal einer weiteren Woche und …
    – kündigen Sie die Beauftragung eines Anwaltes oder Inkassobüros an
    – berechnen Sie Zinsen seit Fälligkeit und den pauschalen Mahnbetrag von 40 Euro (§ 288 BGB)
  • Beantragen Sie nach Ablauf der Nachfrist einen Mahnbescheid oder übergeben Sie die Angelegenheit einem Anwalt oder Inkassobüro.

Das anschließende Klageverfahren und die Vollstreckung Ihrer Forderung sollten Sie dann Ihrem Anwalt überlassen.

Mit diesem konsequenten Vorgehen haben Sie das gerichtliche Mahnverfahren bzw. die Klage einen Monat nach Fälligkeit eingereicht.

Wenn Sie die o.g. Punkte beachtet haben, stehen Ihre Chancen gut, Ihre Forderung auf Grundlage der vorhandenen Vertragsunterlagen und Auftragsdokumentation vor Gericht durchzusetzen.

 

Die Beitragsreihe zu Themen aus Controlling, Führung und Organisation sowie Finanzierung, Buchführung und Kostenrechnung wird fortgesetzt.

Uwe Twachtmann
Hamburg-Rahlstedt, im Oktober 2015