Weihnachtsfeier 2015 und Lohn-Steuern

Damit die Weihnachtsfeier allen Mitarbeitern Spaß macht und das Betriebsklima verbessert, sollten Sie die Lohnsteuer für Ihre Mitarbeiter vermeiden.

Weihnachtsfeier ohne Lohnsteuer

Weihnachtsfeier ohne Lohnsteuer

Mit der jährlichen Weihnachtsfeier wollen Sie noch einmal mit Ihren Mitarbeitern gemeinsam feiern und das Betriebsklima verbessern. Für die Steuerfreiheit dieses geltwerten Vorteils legt das Finanzamt jedoch strenge Regeln an.

Weihnachtsfeier 2015 – Freibetrag statt Freigrenze

Wie in den vergangenen Jahres liegt die steuerliche Obergrenze für die Weihnachtsfeier bei 110 Euro (brutto inkl. Umsatzsteuer) pro Mitarbeiter.

Seit 2015 handelt es sich bei dieser Summe jedoch um einen Freibetrag. Damit ist nur der über 110 Euro liegende Betrag lohnsteuerpflichtig.

Bis 2014 handelte es sich um eine Freigrenze, bei deren Überschreiten der gesamte Betrag steuerpflichtig wurde.

Pauschalierung der Lohnsteuer möglich

Im Normalfall handelt es sich bei dem über 110 Euro liegenden Aufwand um einen geltwerten Vorteil, für den Lohnsteuer und Sozialversicherung abzuführen ist.

Allerdings können Sie die anfallende Steuer für Ihren Arbeitnehmer tragen und eine pauschale Steuer von 25 Prozent (§ 40 Abs. 2 Nr. 2 EStG) abführen.

Beispiel: Wenn die Weihnachtsfeier z.B. 150 Euro pro Person kostet, beträgt die pauschale Lohnsteuer also 10 Euro pro Person (150€ – 110€ = 40€ x 25%).

Weihnachtsfeier mit Angehörigen

Bei Teilnahme von Familienangehörigen wurde die Berechnung für 2015 zulasten der Arbeitnehmer geändert:

Die Gesamtkosten der Weihnachtsfeier wird durch die Anzahl aller Teilnehmer inkl. der Angehörigen geteilt.

Der auf die betriebsfremden Personen entfallende Teil ist dem entsprechenden Mitarbeiter zuzuordnen (BFH-Urteil 2013 – Az.: VI R 7/11).

Der Freibetrag wird in diesen Fällen in der Regel häufig überschritten und der überschießende Betrag damit lohnsteuerpflichtig.

Welche Kosten sind zu berücksichtigen?

Alle Kosten der Weihnachtsfeier müssen in die Prüfung der Steuerpflicht einbezogen werden.

Nicht nur die Bewirtung der Gäste wird angesetzt. Auch die Miete und Dekoration für die Räumlichkeiten, der DJ für den geselligen Teil der Feier oder die Taxikosten für die Rückfahrten der Arbeitnehmer sind zu berücksichtigen. Die normale Weihnachtsdekoration Ihrer Geschäftsräume zählt natürlich nicht dazu.

Wie verhält es sich mit Geschenken?

Geschenke, die Sie im zeitlichen oder sachlichen Zusammenhang mit der Weihnachtsfeier übergeben, müssen Sie in die Freibeträge Ihrer Mitarbeiter einrechnen.

Im allgemeinen können Sie Ihren Mitarbeitern jedoch Geschenke und Sachzuwendungen wie Tankgutscheine von bis zu 44 Euro im Monat lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG) zuwenden.

Bei persönlichen Anlässen Ihrer Mitarbeiter wie Hochzeiten und Geburtstagen können Sie sogar bis zu 60 Euro aufwenden. Allerdings handelt es sich hierbei um eine Freigrenze (s.o.). Eine Pauschalierung mit 25 Prozent ist in diesen Fällen ebenfalls möglich.

Bei Geschenken an betriebsfremde Geschäftsfreunde beträgt die Freigrenze 35 Euro pro Jahr und Person (brutto inkl. Umsatzsteuer). Einzurechnen sind hierbei auch Bezugs- und Versandkosten.

Die Weihnachtsfeier ist nicht die einzige Veranstaltung?

Wenn Sie neben der Weihnachtsfeier auch noch ein Sommerfest für Ihre Mitarbeiter ausrichten, können Sie den Freibetrag auch für diese Veranstaltung  anwenden.

Eine dritte Feier wird dann allerdings nicht mehr vom Finanzamt „gefördert“. Alle weitere Veranstaltungen sind in vollem Umfang lohnsteuerpflichtig. Sie können jedoch wählen, für welche Feste Sie den Freibetrag anwenden wollen.

Die Regelung zur Besteuerung der Weihnachtsfeier finden Sie im § 19 EStG , der die Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit regelt.

Weihnachtsfeier und Umsatzsteuer

Bei der Umsatzsteuer sieht es aufgrund eines aktuellen Schreibens des Bundesfinanzministeriums leider völlig anders aus (BMF-Schreiben vom 14.10.2015, Az. IV C 5 – S 2332/15/10001)

Denn ACHTUNG, sobald der Freibetrag von 110 Euro überschritten ist, geht der Vorsteuerbetrag auf die gesamte Rechnung verloren.

Die gesamten Brutto-Rechnungen für die Feier und Nebenleistungen werden damit zu Betriebsausgaben.

 

Durch eine optimierte Gestaltung der beschriebenen Möglichkeiten können Sie also die Weihnachtsfeier für Ihre Mitarbeiter steuerfrei halten und gemeinsam einen entspannten Jahresabschluss feiern.

 

Die Beitragsreihe zu Buchführung und Steuern, Controlling, Finanzierung und Businessplan wird laufend fortgesetzt

Uwe Twachtmann
Hamburg-Rahlstedt, im November 2015